Presselounge

Faris Al-Sultan im Gespräch (05.09.2010)

In den kommenden Tagen und Wochen werden wir hier Interviews unserer Hawaii-Athleten veröffentlichen. Sie sprechen über ihre unmittelbaren Pläne und Ziele. Den Anfang macht Teamkapitän Faris Al-Sultan.

Faris, wo bereitest du dich dieses Jahr auf den Ironman Hawaii vor?
Mein Ziel war es immer, mich möglichst nahe an Hawaii, zumindest was die Zeitverschiebung betrifft, vorzubereiten. Die Wahl ist in den letzten Jahren Kalifornien gewesen und wird es auch heuer sein. Ich habe mir viele Gedanken über den Ort gemacht. San Diego bietet zwar alles, nur ist dort das Verkehrsaufkommen in der Vergangenheit enorm gestiegen. Mittlerweile habe ich schon einige Plätze erkundet, aber richtig fündig bin noch nicht geworden. Ich hoffe, dass Santa Monica, das ich heuer anvisiere, das bietet, was ich mir vorstelle. Traditioneller Weise fliege ich eine Woche vor dem Ironman nach Hawaii.

Wie sieht dein Training in den letzten Wochen vor dem Rennen aus?
Aufgrund meiner Erfahrung hat sich über die Jahre ein System entwickelt, dem ich folge. In den letzten 2 bis 3 Trainingswochen gibt es ein paar Schlüsseleinheiten, die ich in jeder dieser Wochen wiederhole. Das sind unter anderem eine harte  und eine lange Radausfahrt und ein langer Lauf mit wettkampspezifischen Elementen. Mit meiner Erholungs- bzw. Taperingphase beginne ich 2 Wochen vor Kona.

Was sagst du dazu, dass alle Langdistanzathleten aus dem Abu Dhabi Triathlon Team sich dieses Jahr für Hawaii qualifiziert haben?
Geil! Nach den anfänglichen Verletzungsproblemen fast aller Athleten war das nicht zu erwarten. Ich bin stolz, dass wir das Blatt in der 2. Saisonhälfte wenden konnten. Ich freue mich auch schon auf eine gemeinsame Vorbereitung in Santa Monica. Bis auf Pete Jacobs, der in Australien bleiben wird, sind alle dabei.

Wird es in Kona eine Teamstrategie wie bei den Pro-Radteams geben?
Nein, die Wettkämpfe der Langdistanz sind und werden wohl auch eine Individualsport bleiben. Da aber in unserem Team die meisten sehr gut schwimmen, wird es bei einem entsprechenden Rennverlauf sicher Sinn machen zusammenzuarbeiten. Aber das wird sich ergeben.

Was sind deine persönlichen Ziele für das Rennen?
Ich werde sicher fitter bzw. ohne die muskulären Probleme des vergangenen Jahres an den Start gehen. Deswegen glaube ich auch, weiter vorne landen zu können. Mein Ziel ist ein Platz unter den top 5.

Wen erachtest du als deine größten Konkurrenten?
Aus meiner Sicht sind das die üblichen Verdächtigen: Craig Alexander, Andreas Raelert, Rasmus Henning, Chris Lieto, Marino Vanhoenacker. Gerade in Hawaii versucht aber jeder möglichst nahe an seine Grenzen zu gehen, da kommt es nicht selten vor, dass der eine oder andere überzockt und das Ziel nicht sieht.

Wie denkst du, wird der Rennverlauf dieses Jahr sein?
Das ist schwierig zu sagen, aber in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass sich viele bis zum Marathon zu verstecken versuchen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Ausdünnung des Profifeldes auf den Rennverlauf auswirkt.

Welches Material wirst du auf Hawaii nutzen?
Das einzige was aus jetziger Sicht noch nicht ganz klar ist, ist der Schwimmanzug, den ich verwenden werde, aber sonst steht alles und ist wettkampferprobt:
Schwimmen: Schwimmbrille von AquaSphere (Seal XP)
Rad: Storck Aero 2, Shimano DI2, SRM, Xentis Mark 1 TT, Xentis Triathlonlenker, Continental Competition Schlauchreifen
Laufen: adidas adiZero Tempo
Und nicht zu vergessen meine Oakley Radar’s.

Wie ernährst du dich während des Ironman Hawaii?
Gut und Reichlich ;-)  Zuerst PowerBar Riegel dann Bananen. Danach gehe ich über zu PowerBar Gels bis hin zu einer reinen Flüssigernährung.

Wie sieht deine Zeit nach dem großen Rennen aus?
Ich werde die Insel relativ fluchtartig verlassen. Nicht weil ich den Ort nicht mag, sondern weil ich auch wieder mal nach Hause möchte. Die drauffolgenden 4 Wochen stehen im Zeichen der Regeneration bzw. der Vorbereitung auf ein Rennen der anderen Art. Ich werden mit unserem Team (Rachel Joyce, Christof Wandratsch und Werner Leitner) wieder bei der Abu Dhabi Adventure Challenge teilnehmen. 2009 ist unsere 4-er Mannschaft leider verletzungsbedingt ausgeschieden. Heuer möchte ich zumindest das Ziel sehen. Da ein Schwerpunkt neben dem Wüstenlauf, dem Mountainbiken und Klettern das Paddeln ist, muss ich mich wieder mit diesem Sportgerät vertraut machen.

Hast du abschließend noch ein paar Tipps für Rookies, die dieses Jahr zum ersten Mal auf Hawaii am Start sind?
Genießt den Wettkampf, so gut es geht. Versucht in jedem Fall zu finishen. Nicht überzocken! Der Wettkampf ist definitiv härter als ein mitteleuropäischer Ironman.

Fotos in hoher Auflösung gibt es hier: www.abudhabitriathlonteam.com/press-material.

Ihr Pressekontakt

Werner Leitner

Tel.: +43 664 4336007
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