Für Pete war nach einem Radsturz im März gar nicht klar, ob er überhaupt seine ausgezeichneten Platzierungen der vergangenen Jahre in Roth verteidigen würde können. Nach einer mehrwöchigen Zwangspause startete er erst vor 3 Monaten mit dem Training. Seine Motivation war zwar groß, doch die Zeitspanne mehr als kurz. So reiste er ohne wirklichen Anhalt, wie es um sein Leistungsvermögen stehen würde, nach Deutschland. War vor dem Umfall noch klar, dass er nach 2 zweiten Plätzen der vergangenen Jahre, den obersten Podiumsplatz angreifen wollen würde, waren seine Erwartungen danach doch etwas eingeschränkt.
Trotzdem wollte er das Rennen von Vorne in Angriff nehmen, was er dann auch tat. Den Großteil der Schwimmstrecke führte er das Feld mit 2 Favoriten im Schlepptau, dem Dänen Rasmus Hening und dem Spanier Eneko Llanos, an und stieg auch vor den beiden aus dem Wasser. Mit dem Dänen machte er sich dann auch gleich davon. Nach knapp 2 Drittel der Radstrecke wurden sie von dem Deutschen Langdistanz-Rookie Sebastian Kienle und Llanos gestellt, die das kleine Grüppchen sofort auseinander rissen. Pete wollte sich für den Marathon schonen und ging das Tempo nicht mit. Als 4., mit wenigen Sekunden Rückstand auf den 3., ging der Australier auf die Laufstrecke. Er wusste, dass er augrund des Trainingsrückstands zwar einen soliden Marathon laufen würde können, war sich aber auch sicher, dass er nur Plätze gut machen würde, wenn einer der Führenden einen Einbruch haben würde. Das geschah leider nicht. Trotzdem konnte Pete seinen 4. Platz souverän behaupten, nachdem an der Spitze der engagiert kämpfende Kienle vom Routinier Hening abgelöst wurde. Eneko Lanos lief vor Jacobs einen ungefährdeten 3. Platz ins Ziel.
„Ich bin mit dem Rennen mehr als zufrieden. In Anbetracht des Trainingsrückstand und des starken Teilnehmerfeldes war zum heutigen Zeitpunkt für mich nicht mehr möglich. Trotzdem habe ich die Serie an top Platzierungen in Roth fortgesetzt. Ich bin zuversichtlich, dass ich in Hawaii mein Potential wieder ausschöpfen werden kann“, freut sich Pete auf ein paar erholsame Tage.
Nicht ganz so glücklich ist es Swen ergangen. Er hatte in den letzten Wochen optimal auf diesen Tag hingearbeitet, was sich schon auf der Schwimmstrecke abzeichnete. Als 4. wechselte er auf das Rad, wo es auch ganz nach Wunsch lief, bis ihn bei Kilometer 40 die Realität einholte. Defekt am Hinterrad. Zum Glück war ein offizielles Betreuerfahrzeug in der Nähe und er bekam ein Ersatzlaufrad. Nur wenige Augenblicke danach übersah er einen scharfen Gegenstand auf der Straße und es kam zu einem neuerlichen Stillstand mit Defektbehebung. Beim Wechseln des Schlauches zerstörte Swen aber im Hitze des Gefechtes das Ventil und verlor viel Zeit. Entmutigt und sehr enttäuscht stieg er aus seinem Heimrennen aus.
Swen niedergeschlagen nach seiner Aufgabe: „Meine großen Erwartungen haben sich schon sehr früh in Luft aufgelöst. Es ist nicht das erste Mal, dass ich aus solchen Gründen Rennen beenden musste oder Zeit verloren habe. Das Glück scheint nicht auf meiner Seite zu sein. Im Augenblick weiß ich noch nicht, wie es heuer weiter gehen wird. Ich muss den heutigen Tag erst mal verarbeiten.“