Ein weiteres Kapitel der Abenteuerreisen Al-Sultan wurde geschrieben (26.06.2011)

Faris Abschlusseinheit vor der Rennphase war, wie von ihm nicht anders zu erwarten, eine etwas andere. Im 2-jährigen Abstand müssen die Alpen (immer auf neuen Wegen) überquert werden. Hier gibt es seine Zusammenfassung zu lesen.

Erneut stand eine Alpenüberquerung auf dem Programm. Nachdem uns die Frankengang (Sundberg + Gefolge), aber auch die Österreicher (Leitner + Rothart) mit diversen Begründungen (Oma’s Hauskonzert steht an, kann Hund nicht allein lassen, habe mit dem Rauchen angefangen, bin verwirrt, bin formschwach) abgesagt hatten, blieben nur die glorreichen drei Ina, Frank und ich, um auf den Spuren Hannibals und Brennos zu wandeln und das Gebirge zu überwinden.
Mit von der Partie waren auch Abdul Rahman, unser (Stoff)-Kamel als Maskottchen und nach Hannibals Elefant benannt, Suri, das große graue Wohnmobil als Behausung. Ina übernahm die meiste Zeit den Posten des Mahut (=Elefantenführer), während Frank und ich herzhaft zutreten durften.

Tag 1 (Route auf Google Maps) führte von München über den Sylvensteinsee, den Achenpass, das Zillertal mit dem Gerlospass über den Thunpass nach Kitzbühel, wo wir nach 10std brutto Reisezeit erschöpft aber glücklich ankamen. Kurzzeitige Krisen Franks wurden mit Cola, Käsebroten und Powerbars überbrückt. Die beeindruckende Aussicht auf das Zillertal und die Wasserfälle in Krimmel bleiben lebhafter in Erinnerung als der Beinschmerz auf dem Weg dahin.
 
Tag 2 stand im Zeichen des WCS-Herren-Rennens. Nach einem Morgenläufchen mit Ina und einer soliden Schwimmeinheit im Kitzbühler Hallenbad, wollten wir die Kurzdistanzweltelite schwitzen sehen und Jan unseren Kurzdistanzler zur Olympiaquali anfeuern, wozu sogar Werner trotz, Hauskonzert, Hund, Rauchen und Formschwäche angereist war... Leider wurde aus beidem nix. Das Wetter war be..., so dass die Kurzdistanzler trotz Anstrengung nicht schwitzten und Jans Feuereifer so sehr abgekühlt wurde, dass auch bei ihm trotz ordentlicher Schwimm- und Radleistung zu wenig ging.
Nachdem wir unsere Anfeuerpflicht erfüllt hatten, zogen wir uns, statt mit anderen Tribären zu ratschen, in unseren Elefanten zurück und tranken Tee.
 
Tag 3 Geplant: Großglocknerstrasse, Wetter: Eisig.
Da sowohl Frank als auch ich das Alter, in dem man an sich mit der Brechstange arbeitet überschritten haben, entschieden wir, mit Motorkraft nach Lienz in Osttirol zu fahren und von dort in besserem Wetter eine Ersatzetappe zu fahren.
Gesagt getan. Wir starteten in Lienz, kämpften auf dem Drau-Radweg gegen hunderte wild gewordene italienische Radtouristen, die nicht geradeaus fahren konnten und umrundeten auf einer Tour mit spektakulärer Landschaft das “Drei Zinnen” Gebiet, um am Toblacher See Station zu machen.
 
Tag 4 Dolomiten pur (Route auf Google Maps). Von Toblach nach Cortina, dann über den Giaupass nach Agordo. Dann war es soweit: Motorplatzer! Nein, nicht bei Suri unserem Wohnmobil, sondern bei Frank. Er musste seinem harten Tempo am Giaupass Tribut zollen und beschloss, die auch auf dieser Ausfahrt atemberaubenden landschaftlichen Eindrücke im Fahrzeug zu verarbeiten. So fuhr ich mit Ina im wahrsten Sinne des Wortes im Schlepptau, sie hält sich an meiner Trikottasche fest, bis nach San Martino unterhalb des Rollepasses. Ein steter Wechsel aus kalt und warm zog uns neben den Höhenmetern die Körner.
 
Tag 5 (Route auf Google Maps) der Sonne hinterher. Endlich warm! Fünfhundert Höhenmeter über den Rollepass, dann bergab ins Fiemmetal und an diesem entlang. Frank und ich genossen die Sonne, lustige Unterhaltungen, die Aussicht und dann in Trento eine Schnellstraßeneinlage und brutalsten Gegenwind, bevor sich in Rovereto unsere Wege trennten. Frank fuhr erschöpft aber fröhlich mit dem Zug heim, Ina und ich motorisiert zum Gardasee, wo wir noch ein flottes Läufchen an der Sarca einlegten.