Ein sommerlicher Tag in England (21.06.2010)

Faris Al-Sultan wird 4. beim Ironman 70.3 UK im Südwesten Englands.

Glücklicher Weise ging es heuer erstmals eine Stunde später in die Fluten des Wimbleball Lakes, also nicht um 6 sondern „erst“ um 7. Letztendlich trug das nicht wirklich dazu bei, dass die Luft wesentlich wärmer war. Bei 5 Grad Außentemperatur freute man sich dann doch auf einen See, der 17 Grad hatte. Trotzdem verhieß schon früh morgens der wolkenlose Himmel wärmere Stunden im Laufe des Tages.

Die gesamte Meute wurde auf einmal abgelassen und schon nach wenigen Metern begann sich die Hand voll Profis von dem Feld abzusetzen. Nur wenig mehr als 20 Minuten dauerte es, bis die ersten 7 schon wieder aus dem Wasser kletterten. Darunter die guten Britischen Schwimmer wie Fraser Cartmell, Phil Graves und Stephen Bayliss. Aber auch Faris konnte sich am Ende dieser Gruppe halten. Der anspruchsvolle Aufstieg in die Wechselzone machte ihm zwar ein wenig zu schaffen, aber erst einmal auf dem Rad sitzend ging er die Geschichte rechts zügig an. Phil Graves war an diesem Tag auf der Radstrecke zwar uneinholbar, aber der 2. Cartmell kam in Faris Sichtweite. Auf der 2. Radrunde musste Faris Fraser dann aber wieder ziehen lassen. Die erste und die vielen Höhenmeter hatten ziemlich an seiner Substanz genagt. Trotzdem wechselte Faris an 3. Stelle auf die Laufstrecke, wobei auf ihn großteils unbefestigte Wege und 900 Höhenmeter warteten. An diesem Tag spürte er zum ersten Mal die Laufdefizite der letzten Wochen. Lief es anfangs noch gut, konnte er in der 2. und in der 3. Runde das Tempo nicht mehr halten. Trotzdem wurde er nur von einem Läufer, dem Schweden Jonas Djurback, überholt und lief als 4. körperlich ziemlich angeschlagen über die Ziellinie. Den Sieg holte sich Fraser Cartmell. Mit einem entfesselten Lauf überholte er den Vorjahrsieger Phil Graves und verwies ihn auf den 2. Platz. Auch bei den Damen gab es einen Sieg für die Britten. Bella Bayliss erkämpfte sich im wahrsten Sinne des Wortes den Sieg.

Für Faris war der Ironman 70.3 UK auf jeden Fall härter als erwartet. Seiner Aussage nach, war das härteste Stück, der Weg vom Schwimmausstieg in die Wechselzone, der auch einige Höhenmeter in sich hatte. Trotzdem war das Rennen ein wichtiger Baustein in seiner Ironman Vorbereitung.

Für Ina sollte der 70.3 UK auch ein wichtiges Rennen sein. Nach einer gesundheitlich bedingten Aufgabe bei den Deutschen Meisterschaften, wollte sie ihre gute Form unter Beweis stellen. Aber ähnliche Probleme wie in Kulmbach stellten sich ein. Schon beim Einlaufen bekam sie keine Luft aufgrund ihres Asthmas. Entnervt packte sie ihre Wettkampfutensilien wieder zusammen und verzichtet auf einen Start.