Abu Dhabi Triathlon Team 3 Mal unter den besten 10 in Hawaii (10.10.2010)

Die Ausbeute in Kailua Kona war mehr als eine gute. Von 4 wettkämpfenden Athleten platzierten sich 3 unter den besten 10. Rachel Joyce überstrahlte alles mit einem nicht ganz zu erwartenden 5. Platz.

Erstmals starteten die Profis 30 Minuten vor den Amateuren. Die Argumentation war, dass vor allem die Elitedamen ein von den Age-Groupern unbeeinflusstes Rennen absolvieren konnten. Und das ist gelungen. Zugute kam das auch Rachel Joyce, die dabei den ersten Teil dominierte. Mit über einer Minute Vorsprung stieg sie aus dem Pazifik und konnte die Führung auf dem ersten Drittel der Radstrecke behaupten. Die Engländerin Julie Dibens und die Schweizerin Caroline Steffen musste Rachel dann ziehen lassen, aber sie fand bald ein paar Gefährten, unter anderem die spätere Siegerin Mirinda Carfrae, mit denen sie die Radstrecke beendete. Mit einem soliden und gleichmäßigen Marathon lief sie einem sensationellen 5. Platz entgegen.

Verständlicher Weise strahlte Rachel im Ziel: „Das war ein versöhnlicher Abschluss dieser durchwachsenen Saison. Nach gutem Wintertraining verletzte ich mich in Abu Dhabi im März. Mehr als 6 Wochen musste ich pausieren und kam nur zögerlich in Schwung. Nach einem kürzlich diagnostizierten Eisenmangel war ich nicht ganz sicher, ob ich diese Defizite auch rechtzeitig beheben könnte. So wie es aussieht, ist es gelungen.“

Bei den Herren kam Pete Jacobs als 2. hinter Schwimmass Andy Potts aus dem Wasser. Knapp danach folgte eine große Gruppe, in der sich auch Faris Al-Sultan und Andi Böcherer befanden. Die beiden Ausreißer waren mit dem Rad bald gestellt und der Zug rollte bei perfekten Bedingungen Richtung Hawi. Andi fühlte sich gut und übernahm die Initiative. Er konnte sich vom Feld absetzen und hatte phasenweise mehr als eine Minuten Vorsprung. Damit holte er sich auch nach 60 km auf dem Rad die Sprintwertung, die mit 5.000 USD dotiert war. Leider war das dann aber doch ein bisschen viel für ihn, er beendete das Radfahren zwar noch als 11., musste dann aber fast 4 Stunden auf der Laufstrecke leiden.

„Ich fühlte mich super auf den ersten Radkilometern, deswegen versuchte ich auch, wegzufahren. Mit dem Wind vor dem Radwendepunkt und der Hitze wurde es dann aber hart. Letztendlich wollte ich bei meinem 2. Antreten hier zumindest finishen, nachdem es beim meiner ersten Teilnahme nicht geklappt hat. Als Belohung für Qualen gibt es zumindest die 5.000 Dollar Prämie“, so Andi im Ziel.

Während Andi an der Spitze fuhr, musste Faris und Pete eine Strafe wegen Windschattenfahrens absitzen und beide verloren den Anschluss an die führende Gruppe. Faris schaffte es wieder in eine aussichtsreiche Position, währenddessen Pete viel Zeit verlor und auch bald keinen Druck mehr auf das Pedal brachte. Er beendete das Radfahren als 32., während sich Faris immer unter den besten 10 aufhielt. Aber Pete startete eine unglaubliche Aufholjagd auf der Laufstrecke. Letztendlich überholte er auch noch Faris kurz vor dem Ziel mit einer Marathonzeit von 2:41:05 h. Das war die drittschnellste Zeit, die jemals auf Hawaii gelaufen wurde. Somit wurde Pete 9. und Faris 10. der Weltmeisterschaften.

Im Ziel war Pete mehr als glücklich: „Das Schwimmen verlief perfekt. Die große Gruppe holte mich bald mit dem Rad ein. Da war es ziemlich unruhig und ich war dann eines der Opfer, der eine Strafe bekam. Nachdem ich die 4-Minuten Strafe abgesessen habe, versuchte ich den Anschluss wieder zu finden. Ich schaffte es aber nicht, trotzdem kostete es ziemlich viel Energie. Aber ich wusste, dass ich schnell laufen kann. Dass es so schnell werden sollte, überraschte mich selber.“

Den Sieg sicherte sich relativ unerwartet ein ehemaliger Weltmeister, der Australier Chris Maccormack. Er konnte den favorisierten Deutschen Andi Realert und den Belgier Marino Vanhoenacker auf der Laufstrecke in Schach halten.

Für Abu Dhabi Triathlon Team war es auf jeden Fall ein guter Tag, 3 unter den besten 10 der Welt und der 4. führte das Rennen an und sicherte sich so die Sprintwertung.