Während die Vorbereitung auf das Abu Dhabi Adventure Race mit Kristin und Werner noch vergnügt und aufgelockert durch einen "halb-dienstlichen" Aufenthalt im spektakulären Wüstenhotel Qasr Al Sarab (http://qasralsarab.anantara.com/), wie am Schnürchen ablief, war das Rennen in erster Linie eine Tortour für Christof. Während Kristin, Werner und ich als geborene Läufer auch mit einem, im Verhältnis zum Ernst der Veranstaltung, eher überschaubaren Training in Hitze und ungewohntem Terrain (mein erster Klettersteig, ok ich kletterte ein bißchen bis ich 15 war) gut zurechtkamen, war für unseren Fisch Christof, der am zweiten Tag in jeder Hinsicht ohne Wasser blieb, die Stunde der Wahrheit gekommen und eine allumfassende Erschöpfung ließ ein wettkampfgemässes Vorwärtskommen nicht mehr zu. Die Enttäuschung war groß, aber eine Fortsetzung des Rennes, das 90 km Radfahren und der 120 km Wüstenmarsch standen bevor, wäre kein sportliches Rennen sondern ein Todesmarsch gewesen.
Von dieser zweiten Niederlage beim Adventure Rennen geknickt, wollte ich mich mit Feuereifer ins Training stürzen, aber statt einer guten Trainingswoche mit Swen wurde ich erstmal krank. Statt die Kurzbahn-WM in Dubai anzuschauen und meine Trainingskolleginnen Iris und Yasmin Rosenberger im brandneuen Hamdan Schwimmstadion anzufeuern, lag ich mit Feuer äh Fieber im Bett. Die Mädels haben trotzdem das Beste rausgeholt.
Eine Woche verging mit mehr schlechtem als echtem Training, nach einem weiteren "halb-dienstlichen" Aufenthalt im Qasr Al Sarab als Altenpfleger meiner Eltern und Triathlonfrührentnerin Ina war ich dann physisch wieder fit psychisch dagegen natürlich etwas angeschlagen.
Soweit wieder hergestellt und trainingsgeil, war ich dann bereit um Swen bei seinem zweiten Trainingslager nun schon im Neuen Jahr ein würdiger Trainingspartner zu sein. Fröhliches LKW-jagen mit dem Fahrrad, was die Polizei nicht so gern sieht, Tempoläufe am Wadi und deftige Schwimmeinheiten lösten sich ab und die Form nahm zu. Gegen Ende des Trainingslagers war ein Abstecher ins nördlichste der sieben Emirate nach Ras Al-Khaimah vorgesehen um eine neue Bergstrasse zu erkunden aber leider erwischte es dann Swen, nicht mit Fieber aber mit extremer Unformbarkeit der Exkremente, was seinem Trainingseifer ziemlich abträglich war. Sören, der Facebookmeister unseres Teams und nebenbei auch noch Schwager und Trainingsknecht von Swen, und ich machten das Beste daraus, fanden eine andere Straße in die Berge, sahen Ziegen, Kamele, interessante Felsformationen und "restaurierte" Bauernhöfe, sowie entlegene Kasernen der Grenzpolizei. Eine Wolfiausfahrt www.wbs.ae bei der Sören den Sieg im Zielsprint verbuchen konnte rundeten das Trainingslager ab.
Neben dem Training bietet sich dem aufmerksamen Zuschauer auch immer wieder Unterhaltsames in dem Land mit 150 Nationen. Von gut geschminkten, manikürten, lüstern unter ihren schwarzen Abayas herausblickenden einheimischen 15jährigen Mädels, den sog. "Pornozelten" über moderne Sikhs (Religionsgemeinschat Indiens mit Turban, die sich die Haare nicht schneiden), die statt Turban Designer Cap tragen (man versuche einen Meter indisches Haar unter die Ed Hardy Kappe zu stopfen), besoffenen Einheimischen im Hotel, die durch die Gänge rennen, verzweifelt verfolgt vom Personal, das diese versucht, im richtigen Zimmer ins Bett zu verfrachten, über russische Sportfreunde, die sich im Kraftraum des Hotels vom indischen Personal die Gewichte anreichen lassen, bis hin zu weiblichen Sportenthusiasten, die im Park beim Gehen im 10:56er Schnitt einen Autoreifen hinter sich herziehen.
Die Wüste ruft.